Meine letzte Reise nach Paris wird mir wohl noch eine ganze Weile in Erinnerung bleiben.
Im Sommer letzten Jahres hatte ich die Gelegenheit im Rahmen eines Projektes, das sich mit der Rolle der Schaufensterpuppe in der Modemetropole Paris in unserem modernen Zeitalter beschäftigte, in die französische Hauptstadt zu reisen und mir selbst einen Eindruck zu verschaffen, wie abstrakte oder realistische Schaufensterpuppen in Szene gesetzt werden.
Meine Aufgabe bestand darin, verschieden Modeunternehmen und Fashion-Labels zu besuchen und anhand von Fotos den Einsatz von Schaufensterfiguren zu dokumentieren.
Dabei gelangen mir nicht nur wunderschöne, beinahe künstlerische Fotos, sondern auch einige Schnappschüsse, die wirklich einmalig sind.

Plastik Schaufensterfiguren sind ein interessantes Motiv

Zuerst hatte ich die Gelegenheit, in der Nähe des Centre Pompidou einige Filialen bekannter Couturiers zu besuchen und stellte dort fest, dass fast alle der dort vertretenen Modehäuser auf abstrakte Schaufensterpuppen setzen, um ihre Filialen ansprechend zu dekorieren und ihre Kreationen zur Schau zu stellen.
Es ist allerdings dabei auch zu beobachten, dass solche
PE Schaufensterfiguren in den Schaufenstern recht sparsam zum Einsatz kommen, während sie in den Filialen selbst die Kreationen der Modemacher den potenziellen Kundinnen in vielfältigen Posen und Formen präsentieren.
Weiterhin konnte ich feststellen, dass gerade diese abstrakten Modelle, die es selbstverständlich neben faceless und headless auch als bewegliche Mannequins gibt, kaum noch mit natürlichen Hautfarben gibt.
Vielmehr findet man diese Modepuppen in schwarz/weiß, Gold oder Silber, beziehungsweise sogar in fluoreszierenden Farben.
Dadurch bieten sich für den Fotografen einzigartige Möglichkeiten mit Licht und Schatten, sowie verschiedenen Lichteinstellungen zu spielen.

Fans von realistischen Schaufensterpuppen waren geschockt

Am nächsten Tag beschloss ich noch einmal in der Pariser Innenstadt nach interessanten Objekten zu sehen und wurde in der Avenue des Champs-Élysées fündig. In einem der großen Modehäuser, die hier eine Dependance haben, hatte sich eine Traube von Menschen gebildet, die einige der Schaufensterpuppen bewunderten.
Man sah auf den ersten Blick, dass es sich um gebrauchte Schaufensterfiguren handelte, da sie bereits deutliche Spuren von einem langen Dasein als Modepuppe zeigten. Einige hatten nicht nur jede Menge Risse, sondern auch recht großflächige Lackschäden und andere Beschädigungen.

Sie wirkten irgendwie im krassen Gegensatz zur überall gern zum Einsatz kommenden klassischen Schaufensterfigur. Noch dazu trugen diese weiblichen Schaufensterpuppen keine Perücken und äußerst gewöhnungsbedürftige Garderobe. Bei näherer Betrachtung stellte ich allerdings fest, dass es sich bei diesem Modelabel um ein Punk-Label handelte, das seine Klientel meist aus Jugendlichen rekrutiert und die ältere Generation wohl eher ein wenig schocken wollte. Ich machte auch hier einige Fotos mit der Absicht, sie dem Inhaber unseres Puppen Shop in Berlin zu zeigen, der immer wieder für neue Eindrücke zu haben ist.
Außerdem waren ja solche Erfahrungen der Sinn meiner Projektreise nach Paris.